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Rede von Jens Bitzka auf der Landesversammlung (Landesparteitag) zum Thema "Braune Spree"

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich komme aus dem Lausitzer Seenland. Dort wo noch vor Jahren der Braunkohlebergbau Landschaft, Siedlungen und Natur zerstörte, wird mit Staatsgeld und auch privaten Geld „Neues, Schönes“ erschaffen. Durch das Lausitzer Seenland fließt auch ein Fluß, dessen Wasserqualität seit Jahren immer schlechter wird: Die Spree.

 

So sieht die Spree 2013 in der Gemeinde Spreetal aus: (Flasche mit brauem Speerwasser zeigen)

 

Warum sieht sie so aus?

 

Grund dafür ist Eisenhydroxid!

Wenn sich dieses in einem Gewässer befindet wird es auch als „Eisenocker“ bezeichnet.

Redemaniskript Jens Bitzka Landesversammlung Chemnitz (8. bis 10. März 2013)

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich komme aus dem Lausitzer Seenland. Dort wo noch vor Jahren der Braunkohlebergbau Landschaft, Siedlungen und Natur zerstörte, wird mit Staatsgeld und auch privaten Geld „Neues, Schönes“ erschaffen.

Durch das Lausitzer Seenland fließt auch ein Fluß, dessen Wasserqualität seit Jahren immer schlechter wird: Die Spree.

So sieht die Spree 2013 in der Gemeinde Spreetal aus: (Flasche mit brauem Speerwasser zeigen)

Warum sieht sie so aus?

Grund dafür ist Eisenhydroxid!
Wenn sich dieses in einem Gewässer befindet wird es auch als „Eisenocker“ bezeichnet.

Woher kommt das Eisenocker?

Um an die Lausitzer Braunkohle zu kommen musste der Boden bis zu 130 Meter tief abgraben werden. In den Erdschichten über der Kohle lagerten sich seit Millionen von Jahren Verbindungen aus Schwefel und Eisen ab, ohne Schaden anzurichten.

Kommen diese in Kontakt mit Luft, weil das Wasser abgepumpt wird, und später dann wieder in Kontakt mit Wasser, da das Grundwasser nach Beendigung des Bergbaus wieder ansteigt, zerfallen diese zu Eisenhydroxid und Schwefelsäure. Wegen der Schwefelsäure ist das Wasser in den meisten Tagebaurestseen sehr sauer.

Das Eisenhydroxid, kommt über das Grundwasser in Kontakt mit dem Oberflächengewässern, z. B. mit der Spree. Dieses Eisenocker setzt sich als lebensfeindlicher Schlamm am Gewässergrund ab und setzt auch die Kiemen von Wassertieren zu.

Fakt ist: für das Eisenocker in der Spree ist der Altbergbau verantwortlich!

Ein weiteres Problem ist die Sulfatbelastung der Spree. 

Der Bergbaukonzern Vattenfall pumpt in der Lausitz jährlich Millionen Kubikmeter Wasser ab um an die Braunkohle zu kommen. Der größte Teil davon wird in die Spree geleitet, nachdem Grubenwasserreinigungsanlagen das Eisenhydroxid weitesgehend entfernt haben. Das Sulfat wird aber nicht entfernt!

Das Spreewasser hat auch Einfluß auf die Trinkwasserqualität. Ein hoher Sulfatgehalt in diesem ist für den Menschen gesundheitsschädlich.
Sulfat greift aber auch in hoher Konzentration Beton an, wie z.B. Brücken und Betonleitungsnetze.

Fakt ist: Für 80 Prozent der Sulfatbelastung in der Spree sind die Vattenfall-Tagebaue verantwortlich!

Doch auch die Eisenockerproblematik ist bei den Vattenfall-Tagebauen auf Dauer nicht gebannt, denn auch hier wird nach Beendigung der Bergbautätigkeit das Grundwasser ansteigen und in der Folge wird Eisenocker die Umwelt schädigen.

Der vorliegende Antrag  V 3, mit allen übernommenen Änderungsanträgen,  enthält konkrete Forderungen, an die Landesregierung, die Bundesregierung und die Sanierungsgesellschaft LMBV.


Ich bitte um Zustimmung.

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Zur Information: Dem Antrag von Jens Bitzka, Ulrike Bürgel, Simon Kupferer, Anne Kämmerer, Steffen Kollwitz, Sebastian Tröbs u.a. wurde einstimmig zugestimmt.